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Baden-Württemberg gibt sich gerne als Innovationsstandort. „Wir können alles außer Hochdeutsch“ lautet die bekannte Marketingkampagne, mit der das Bundesland um Aufmerksamkeit buhlt. Auch die Zeitungsverlage des Bundeslandes sind erfolgreich und nicht minder erfindungsreich.

Die Schwäbischen Zeitung aus Leutkirch hat ein Problem. Der Regionalzeitung vom Bodensee fehlen Zusteller. Von Montag bis Sammstag bei Wind und Wetter in aller Herrgottsfrühe aufstehen, ist ein Knochenjob. Und dazu noch überschau bezahlt. Dieses Dilemma hat der Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung versucht, auf unkonventionelle Art zu lösen.

Laut der dem Portal Journalist.de fanden die Redakteure der Tageszeitung folgende Mail in ihren Postfächern: „Heute wenden wir uns mit einer ungewöhnlichen Bitte an Sie“. Weiter heißt es: „Wir bitten Sie, auf freiwilliger Basis und zeitlich befristet im Notfall als Zusteller einzuspringen.“ Das sollte aber höchstens einmal pro Jahr und dann längstens für zwei Wochen sein. Für den zusätzlichen Job sollen die Mitarbeiter zehn bis 15 Euro für die veranschlagten ein bis eineinhalb Stunden verdienen.

Im Interview mit MEEDIA rudert Chefredakteur Hendrik Groth jetzt zurück. Es habe keine Aufforderung an die Redakteure gegeben. Es sei, so Groth, „der Versuch, auf eine schwierige Situation aufmerksam zu machen. Wer mag kann, wer nicht möchte, auch ok.“

Auf seiner Internetseite schreibt der Verlag über sich: „Das Medienhaus Schwäbischer Verlag will mit engagierten Mitarbeitern, effizienter Organisation, hoher Kundenorientierung und innovativen Produkten die Marktführerschaft in allen Medien- und ausgewählten Logistikmärkten der Heimatregion erreichen und eines von Deutschlands erfolgreichsten Medienunternehmen sein.“

Ob mit dem Vorschlag, die Redakteure auch Zeitungen austragen zu lassen, die Schwäbische Zeitung diese Ziele erreicht bleibt abzuwarten.

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