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Unternehmen, die Journalisten Rabatte auf ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten, werden künftig keine Anfragen mehr aus dem Hause Axel Springer bekommen. Die Journalisten von BILD-Zeitung, Welt, Berliner Morgenpost & Co. wollen künftig auf die Annehmlichkeiten bei Flügen und Autokäufen verzichten. Eine entsprechende Vereinbarung sollen die Chefredakteure des Unternehmens nach getroffen haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur dapd.

Der Schritt ist nach dem Ende der Causa Wulff ein logisches Resultat. Die BILD-Zeitung hatte zunächst die Hintergründe des Kaufs einer Immobilie durch den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff ins Rollen gebracht. In den Wochen danach weitete sich die Affäre immer weiter aus und endete im Rücktritt des 52-jährigen CDU-Politikers am 17. Februar 2012. Einen Tag zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hannover ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorteilsnahme gegen Wulff eingeleitet. Eine Zeitung, die die Vorteilsnahme des ersten Mannes im Staat anprangert, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem, wenn die eigenen Redakteure, den Presseausweis als Rabatt-Coupon einsetzen.

Die Organisation Transparency International Deutschland hatte Anfang März ein Ende der Vergünstigungen für Journalisten verlangt. Zwei große Unternehmen gewähren Journalisten künftig keine Rabatte mehr. Die Fluggesellschaft Air Berlin stellt ihre Presserabatte ein, ebenso wie die Deutsche Bahn. Die Bahn wird ab Mitte April keine ermäßigte Bahncard 50 mehr an Journalisten verkaufen.

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