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Das geplante Leistungsschutzrecht für Verlage droht die wirtschaftliche Situation von freien Journalisten, Autoren und Bloggern weiter zu verschärfen. Die Debatte dreht sich im Kern ja darum, wer die Urheber der Texte und Artikel sind, die tagtäglich in Zeitungen, Zeitschriften und Webportalen erscheinen. Die Verlage haben darauf bereits ihre Antwort gefunden. Wir, sind die Urheber, sagen sie. Was das für freie Journalisten bedeutet, zeigt der Film von Daniel Bröckerhoff.

Er hat für die NDR-Sendung ZAPP einen Film über die Situation freier Journalisten gedreht. Darin berichten Autoren des Madsack-Verlags , dass sie für die Online-Verwertung ihrer Geschichten kein Honorar erhalten. Der Madsack-Verlag nennt dafür Kostengründe. Stattdessen wurden ihnen unverhohlen gedroht, sie würden keine Aufträge mehr bekommen, wenn sie gegen die Praxis juristisch vorgehen sollten.

Das Hamburger Landgericht hat zu dieser Auslegung des Urheberrechts bereits festgestellt: „Das Prinzip der angemessenen Vergütung hat gemäß § 11 Satz 2 Urhebergesetz Leitbildfunktion. Der durch das Gesetz zur Stärkung der vertraglichen Stellung von Urhebern und ausübenden Künstlern vom 22.3.2002 eingefügte § 11 Satz 2 UrhG enthält den seit jeher im gesamten Urheberrecht geltenden Grundsatz, dass der Urheber tunlichst an dem wirtschaftlichen Nutzen zu beteiligen ist, der aus seinem Werk gezogen wird, und zwar bei jeder einzelnen Nutzung des Werkes.“

Die Verlage verlangen ein strengeres Urheberrecht und wollen die verklagen, die dasselbe Urheberrecht auf ihre Werke angewandt wissen wollen. Bleibt zu hoffen, dass das geplante verlagsfreundliche Leistungsschutzrecht im Deutschen Bundestag von aufmerksamen Abgeordneten gestoppt wird.

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